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24.04.18

Roboter fordert Ovtcharov heraus



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Es ist wohl sein erster Gegner, der nicht gegen ihn gewinnen will. Die Hannover Messe bei der Eröffnung. Dimitrij Ovtcharov ist zu Gast bei der weltgrößten Industrieschau und wird von einem besonderen Kontrahenten herausgefordert, dem aktuellen Vorzeigeroboter des japanischen Unternehmens Omron. "Forpheus" heißt der, ist ausgestattet mit Künstlicher Intelligenz und - über eine Daten-Cloud - der Erfahrung aus Partien mit unzähligen Tischtennisgegnern verschiedener Güte.

Schon nach wenigen Minuten Spielzeit ist der Weltranglistendritte beeindruckt. "Es ist unglaublich beachtlich, was der schon alles drauf hat", sagt Ovtcharov gegenüber dem ZDF-Morgenmagazin. Auf den ersten Ball mit Ovtcharovs Effet macht der Roboter einen Fehler, beim zweiten Mal mit dem gleichen Schnitt schon nicht mehr. "Es hat mir sehr imponiert", so der World-Cup-Sieger, "dass er sich selbst korrigiert und diesen Fehler nicht wiederholt. Vorhand, Rückhand, kurz, lang - das beherrscht er fast in Perfektion".

Zwei Kameras und 80 Rechenprozesse in der Sekunde
Mit Hilfe zweier 3D-Kameras berechnet der Roboter die Position, die Geschwindigkeit und die Flugbahn des Balls. Er analysiert die Bewegungen seines Gegners und sieht mit 80 Berechnungen pro Sekunde voraus, wo der Ball landen wird und spielt dann entsprechend.

Forpheus soll nicht gewinnen, sondern er passt sich dem Spielniveau seines Mitspielers an. "Er ist ein guter Trainingspartner. Dabei ist mehr ein Trainer oder Sparringspartner als ein Gegner", erklärt der menschliche Kontrahent. Der hilft auch gleich, die Maschine weiterzuentwickeln. "Sein Spiel ist sehr rhythmisch und schnell, aber nicht so auf Spin aufgebaut. Ich habe mit den Kollegen aus Japan schon gesprochen: Beim nächsten Mal kommt er mit richtigen Belägen. Dann kann er auch Topspin spielen und ist noch viel schneller und besser."

Nicht als Tischtennis-Roboter gedacht
Übrigens: Die Kassenwarte von Tischtennisabteilungen können aufatmen. Forpheus ist nicht als Tischtennis-Trainingspartner gemacht. Dafür wäre er viel zu teuer. Omron-Marketingmanager Lucian Dold erklärte gegenüber der Deutschen Nachrichten-Agentur den eigentlichen Zweck des Auftritts gegen Dimitrij Ovtcharov: "Die Techniken des Roboters gibt es heute schon in vielen Fabriken. Wir wollen den Leuten anschaulich zeigen, wie Künstliche Intelligenz funktioniert."

Den kompletten Beitrag "Dimitrij Ovtcharov gegen Forpheus" im Morgenmagazin gibt es in der ZDF-Mediathek an Minute 9:05. (Quelle: DTTB)