Kate Miller schreibt Tischtennis-Geschichte
Elfjährige aus Wulfsen erkämpft beim Bundesfinale der Tischtennisminis in Hannover einen 7. Platz
Wulfsen
| TTVN | Ralf Koenecke
Warst Du nervös:“ Ja schon“, antwortete Kate Miller kurz und knapp im Rückblick auf das Bundesfinale der Minimeisterschaften, das vom 12. bis 14. Juni 2026 in Hannover von der SG Misburg durchgeführt wurde. „Aber ich war ja da um zu gewinnen“, so die Wulfsenerin weiter. Ein Satz der auch beim Verbandsentscheid so schon fiel.
Der Anreisetag
Drei Tage Tischtennis am Stück mit einem tollen Rahmenprogramm, vielen Emotionen noch mehr Eindrücken, die bleiben werden, begannen für Kate mit einem Lächeln: „Am Freitag durfte ich die Schule früher verlassen. So habe ich eine Stunde Bio verpasst…“ 18 Mädchen und ebenso viele Jungen reisten am späten Nachmittag an. Dort wartete dann auch schon das erste Highlight für die Bundesfinalisten – Eine Trainingseinheit mit Bundestrainer Frank Schönemeister, der die männliche Jugend 15 und 19 betreut. Nach vielen Topspin-Bällen und Aufschlägen, die so weit wie möglich vom Tisch stehend stattfanden, war Kate schon im Tischtennis-Tunnel: „Ich hab´es von acht Metern hinter dem Tisch geschafft!“ Zwischendurch war Kreativität gefragt, beim Anmalen von Tischtennisbällen, während draußen vor der Halle schon mal der Grill für das Abendessen zum Glühen gebracht wurde.
Der erste Wettkampftag
Bevor der erste Aufschlag den ersten Wettkampftag eröffnete, bestimmte am Vormittag ab 9:00 Uhr ein viel größeren Spielgerät das sportliche Geschehen der Mädchen und Jungen. Die weibliche A-Jugend der Handballabteilung der SG Misburg absolvierte mit den Minis einen Parcours mit fünf Stationen: „Bei einer Übung mussten wir Hütchen von einem Balken werfen“, wusste Kate noch genau. Beim Organisationteam um Tobias Bevern, der alles mit sehr viel Engagement und seinen 25 Heferinnen und Helfern von der SG Misburg meisterte, blieb auch das Lächeln ein ständiger Begleiter an diesem Wochenende. Dann wurde es Ernst…
Mehr als ein Hauch von Olympia
Bei der Begrüßung trugen die jeweiligen Vertreter eine Tafel mit dem Namen ihres Bundeslandes vom Hallenrand bis zur vorbereiteten Box, bei der alle Teilnehmer sich versammelten. Ein Hauch von Olympia wehte durch die Halle, begleitet von Kribbeln, inklusive Gänsehautfeeling.
Dann ging es los. Die Wettbewerbe starteten jeweils in zwei Neunergruppen im Modus jeder gegen jeden. Am Sonnabend standen dabei für jede Starterin und jeden Starter sechs Partien auf dem Programm. Kate erwischte einen Top-Start. Mit einem 11:5, 11:5, 11:9 bezwang sie Morlin Damm vom Hamburger Tischtennis-Verband. Weitere enge Partien, die Kate oft mit vielen Unterschnittbällen bestritt ließen den zweiten Tag dieses einzigartigen Wochenendes ausklingen. Für Kate endete der Sonnabend ausgeglichen, mit einer Spielbilanz von 3:3 und einer kleinen Geburtstagfeier für ihren Bruder Bennet.
Wett- und Showkampf zum Abschluss des Bundesfinales
Mit zwei weiteren Gruppenspielen ging es am Sonntagmorgen weiter im sportlichen Wettkampf. Ein gewonnenes und ein verlorenes Match summierten sich für Kate zu einer Gesamtbilanz von 4:4 Partien zum Abschluss der Gruppenphase. Das schafften auch Tara Wang (Berliner Tischtennis-Verband) und Charlotte Böhme aus Sachsen-Anhalt. Alle drei Mädchen erspielten zudem ein Satzverhältnis von plus eins. Kate erzielte eine Balldifferenz von plus 20. Damit war sie im Verhältnis der drei Mädchen die Beste von ihnen und erreichte Platz vier in der Staffel A. Im letzten Spiel setzte Kate nochmal ein dickes, sportliches Ausrufezeichen. Gegen die in der B-Gruppe auf Rang vier Platzierte Alexandra Beer (Sächsischer Tischtennis-Verband) fightete sie im Platzierungsmatch fünf Sätze erfolgreich: Im Entscheidungssatz lag sie bei Seitenwechsel mit 5:2 vorn. Nach der 9:2 und 10:3-Führung holte ihre Gegenüber noch deutlich auf. Doch mit einem Topspin zum 11:8 war es geschafft: „Ich hab´ gehofft – hoffentlich bekommt sie den Ball nicht mehr…“
Der Wettkampf war durch, das Rahmenprogramm aber noch nicht. Während die Minimeister erstmal durchschnauften, holte der Veranstalter zum Ende des Bundesfinals 2026 nochmal zwei Hochkaräter an den Tisch. Der Belgier Martin Allegro, Bundesliga-Spieler von TTC Zugbrücke Grenzau und die deutsche Para-Meisterin, Marlene Reeg boten begeisterten Minimeistern einen Showkampf. Im Doppel waren auch anschließend die Bundesieger der Minis, Zsofia Nagy aus Baden-Württemberg und Kayra Sen (Nordrhein-Westfalen) mit dabei.
Für Kate endete damit ein aufregendes Wochenende, dem tollen 7. Platz bei diesem Bundesfinale und den historischen Eintrag ins Geschichtsbuch des Tischtennis Kreisverbandes Harburg-Land. Denn kein Mädchen vor ihr schaffte es bis zum Bundesfinale der Tischtennis-Minimeisterschaften.
-Ralf Koenecke-
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