Hittfeld bezwingt Titelverteidiger im A-Wettbewerb
Seevetaler stehen nach dem 6:3 über den Todtglüsinger SV im Finale des Tischtennis-Kreispokals / Schweigeminute für Walter Graf
Hittfeld
| TTVN | Ralf Koenecke
Daumen drückende Todtglüsinger auf der Tribüne, ein Hauch von Stadion-Atmosphäre und ein Vorschlussrunden-Duell auf Augenhöhe – das letzte Halbfinale des Tischtennis-Kreispokals hätte auch einen Walter Graf sicher gefesselt. An „Mr. Hittfeld“, der Jahrzehnte seinen Verein geprägt hat, als Spieler und Macher, erinnerte sein langjähriger Weggefährte, Holger Mengel vor Spielgewinn. Das Urgestein, das kürzlich 80jährig verstarb, wurde am Nachmittag dieser Begegnung beigesetzt.
Dann ging es, nach den bekannten Pokalregelungen, los. Die Gäste des Bezirksligisten Todtglüsinger SV genossen eine 3:0-Satzvorgabe. Ein dickes Brett für die Hittfelder, die in der Landesliga Lüneburg auf Punktejagd gehen und im Bild, von links nach rechts mit Hauke Fenz, Marvin Lukas Holtfoth, Peter Pubanz und Andreas Raeder zu sehen sind.
Spektakuläre Wende im Doppel 1
Die Entscheidung im Doppel zwei fiel zuerst: Jan Louis Gerth, gemeinsam mit Gerhard Petruschat am Tisch, gewann für die Gäste den ersten Ballwechsel. Beim engen Vier-Satz-Match gegen Raeder/Pubanz zogen sie im dritten Durchgang, bei 7:3-Hittfeld-Führung das Time Out. Doch die Hausherren siegten einen Satz später mit 11:8. Zeitgleiche Auszeit auch am Nebentisch, bei ganz anderem Spielstand. Hittfelds Fenz/Holtfoth bei 0:2 Sätzen und 11:12 im dritten fast schon ganz aus diesem Spiel, kamen eindrucksvoll zurück. Denn der einzige Todtglüsinger Matchball in diesem Doppel blieb liegen. Das Hittfeld-Duo schaffte den Satzausgleich, senkte damit die euphorische Geräuschkulisse auf der Tribüne. Auch der 5:6-Rückstand bei Seitenwechsel im fünften brachte sie nicht aus der Bahn und als Przemyslaw Zielinski den entscheidenden Rückhandball über den Tisch beförderte, lag Team-Hittfeld mit 2:0 in diesem K.o.-Match vorn.
Im ersten Einzel bauten die Hausherren die Führung aus, begleitet von einem Schmunzeln aller in der Halle: Marvin Lukas Holtfoths 2:0-Satzführung stoppe er nach 6:3 bei 6:4-Führung mit Auszeit und erntete einen direkten Kommentar von Jan Louis Gerth: „Jetzt habe ich ihn ins Time Out gezwungen…“! Das Hittfeld-Ass nutzte den zweiten Matchball schließlich zum Drei-Satz-Sieg. Der Favorit schien klar auf Endspielkurs, doch Finn Tiedemann setzte ein starkes Gästezeichen: Guter Block gegen Hauke Fenz. Auch im Spiel nach vorn war der Todtglüsingen-Leader sehr aktiv. Als der Hittfelder den entscheidenden Ball ins Netz beförderte, lebte die Hoffnung Titelverteidigung wieder auf. Andreas Raeder besorgte die 4:1-Führung der Hausherren, mit Ruhe, Übersicht und trotz eines 6:10-Rückstands im dritten Satz gegen Przemyslaw Zielinski, den er noch mit 13:11 gewann. Doch die Gäste „hatten noch nicht fertig“. Fabian Schrötke sicherte den zweiten Gäste-Punkt, mit viel Offensive und hoher Trefferquote. Peter Pubanz schätzte den Vergleich realistisch ein: „Du brauchst gar keine Vorgabe…!“
Einzel der Top-Spieler sorgt für Nervenkitzel
Das Spiel der besten beider Teams ein echter Hingucker. Nach gewonnenem erstem Satz lag Finn Tiedemann gegen Marvin Lukas Holtfoth mit 6:10 hinten, kam auf 9:10 heran, bevor Holtfoth die Auszeit-Notbremse zog und doch mit 11:9 siegte. Hohes Engagement hüben wie drüben blieb bei diesem Einzel allgegenwärtig. Während der Hittfelder Bälle gut verteilte, war sein Gegenüber immer und überall da. Im Entscheidungssatz wechselten die Kontrahenten bei 6:5 für den Todtglüsinger die Seiten. Der Matchball für den Hittfelder passend zum Spiel, wie die Kirsche auf der Sahnetorte. Die Kugel landete genau auf der rechten Seitenlinie aus Sicht des Gästeakteurs, der nur noch sah, wie das runde Spielgerät an ihm vorbeirauschte. Es war noch nicht geschafft für die Hausherren. Jan Louis Gerth punktete zum 3:5 aus Gäste-Sicht. Teamkollege Przemyslaw Zielinski bei 11:7 und 10:10 gegen Peter Pubanz gut unterwegs. Doch der Hittfeld-Oldie Andreas Raeder sicherte den Finaleinzug gegen Fabian Schrötke mit dem 11:9, 8:11, 11:7, 11:6 und beendete diesen engen Fight mit bekannten Worten: „Berlin, Berlin…“ Doch so weit ist der Weg zum Kreispokalfinale gar nicht. Alle Endspiele aller Klassen starten am Sonntag, den 3. Mai 2026 in der Schulsporthalle in Stelle.
Unter diesem Text befindet sich eine Datei mit allen Ergebnissen der jeweiligen Halbfinalpartien des Tischtennis-Kreispokals der Spielzeit 2025/2026.
-Ralf Koenecke-
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