Vorschau Damen und Erwachsene: Dang Qiu und Sabine Winter sind die Gejagten
Bei der dritten Ausgabe der LOTTO Thüringen Deutschen Tischtennis-Finals dürfen sich die Fans auf die seit langem am stärksten besetzten Nationalen Deutschen Meisterschaften der Damen und Herren in den Erfurter Messehallen freuen. Die Multi-DM verspricht bei Damen und Herren Weltklassesport und mit einer historischen Mixed-Premiere, ein bedeutendes neues Kapitel in der Geschichte der Deutschen Meisterschaften.
| TTVN | DTTB
Erwachsene: Gewinnt Patrick Franziska seinen ersten Titel?
Bei der 94. Auflage der Deutschen Meisterschaften schlägt nahezu alles auf, was im deutschen Herren-Tischtennis Rang und Namen hat. Mit Dang Qiu, Benedikt Duda, Patrick Franziska, Dimitrij Ovtcharov und Andre Bertelsmeier steht das komplette WM-Team von London in Erfurt an den Tischen. Dang Qiu reist als Europameister von 2022 an, Benedikt Duda als EM-Zweiter von 2024. Patrick Franziska gewann 2021 das Europe Top 16, Dimitrij Ovtcharov zählt mit seinen beiden olympischen Bronze-Medaillen im Einzel zu den erfolgreichsten deutschen Spielern der vergangenen zwei Jahrzehnte.
Dang Qiu (2022 und 2023), Benedikt Duda (2021), Dimitrij Ovtcharov (2014) und der ebenfalls mitfavorisierte Ricardo Walther (2020) trugen sich ebenso bereits in die Siegerliste ein wie die Vertreter des Thüringer Bundesligisten Post SV Mühlhausen, Titelverteidiger Kay Stumper und 2013-Gewinner Steffen Mengel. Auch der erneut im Teilnehmerfeld stehende mittlerweile 52 Jahre alte Altinternationale Torben Wosik feierte 1999 und 2008 den Titelgewinn. Aus der Favoritengruppe wartet allein Patrick noch immer auf seinen ersten nationalen Titel. Entsprechend eindeutig ist die Zielsetzung des Saarbrückers: „Ich werde in Erfurt meinen nächsten Anlauf nehmen und den Titel gerne mit nach Hause nehmen.“ Mit einem Lächeln ergänzt er: „Alle anderen haben ihn ja schon.“
Große Ambitionen im Einzel verfolgt auch Wim Verdonschot. Der 21-Jährige kletterte in den vergangenen sieben Monaten mit zwei WTT-Feeder-Turnier-Erfolgen und einem weiteren Halbfinaleinzug bis unter die Top 75 der Weltrangliste. Zum Publikumsliebling dürfte erneut Florian Bluhm werden. Der Kölner sorgte mit seinem variablen Abwehrspiel und spektakulären Ballwechseln in den vergangenen Jahren regelmäßig für Begeisterung auf den Rängen und bereitete auch den Topstars immer wieder Kopfzerbrechen.
Damen: Winter, Kaufmann und Mittelham im Fokus
Bei den Damen gehört die Favoritenrolle eindeutig Sabine Winter. Die nach ihrer Systemumstellung kometenhaft bis unter die Top Ten der Weltrangliste aufgestiegene Bayerin will sich nach ihren Einzel-Triumphen 2022 und 2023 zum dritten Mal als Meisterin küren. Doch die Konkurrenz ist hochkarätig. Allen voran fordert die erst 19 Jahre alte Annett Kaufmann die Europe-Top-16-Siegerin und World-Cup-Dritte heraus. Die U19-Weltmeisterin des Jahres 2024 gewann die vergangenen beiden Titel und möchte ihren Hattrick in Erfurt perfekt machen. Kaufmann weiß jedoch: „Zum dritten Mal in Folge zu gewinnen, wird nicht einfach. Es wäre toll, aber Sabine ist die Favoritin.“
Zusammen mit Nina Mittelham wird ein Favoriten-Trio daraus. Die nach langwierigen Bandscheibenproblemen wiedererstarkte und frisch verheiratete EM-Dritte ist die Meisterin der Jahre 2019 bis 2021 und kämpft um Titel Nummer vier. Mit Xiaona Shan ist ebenfalls zu rechnen. Die Siegerin der Jahre 2013 und 2014 zählt trotz der starken Konkurrenz weiter zu den gefährlichsten Spielerinnen im Feld. Auf ein gutes Abschneiden hoffen aber auch die Team-Europameisterinnen Yuan Wan und Mia Griesel sowie U15-Weltmeisterin Koharu Itagaki.
Im Damen-Doppel wird es in Erfurt neue Titelträgerinnen geben. Sabine Winter startet nicht wie im Vorjahr an der Seite von Katrin Mühlbach, sondern mit ihrer Nationalmannschaftskollegin Yuan Wan, mit der sie bei den Weltmeisterschaften 2025 das Viertelfinale erreichte und 2022 in Saarbrücken bereits nationale Meisterin wurde. Winter, die bereits acht nationale Doppel-Titel mit sechs verschiedenen Partnerinnen holte, ist in dieser Disziplin alleinige Rekordhalterin vor Nicole Struse.
Ein historischer Moment im Mixed: Baus/Lang als inklusives Duo
Für eine historische Premiere sorgt der gemeinsame Start von Paralympics-Sieger Valentin Baus und der ehemaligen Doppel-Europameisterin Kristin Lang in der Mixed-Konkurrenz.
Erstmals seit der ersten Austragung der Deutschen Meisterschaften im Jahr 1931 wird ein inklusives Mixed in der Erwachsenenklasse antreten. Möglich wird diese Premiere durch eine Grundsatzentscheidung des Deutschen Tischtennis-Bundes. Die Delegierten des DTTB-Bundestags hatten im Dezember 2025 den Weg für inklusive Wettbewerbe beim nationalen Top-Event freigemacht.
Baus und Lang setzen damit gesellschaftlich ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion im Spitzensport und erweitern die Geschichte der nationalen Titelkämpfe um ein bedeutendes Kapitel.
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