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Emmy Gluza überzeugt bei erster Bundesveranstaltung
Bad Blankenburg

Wenn sich die größten Tischtennis-Talente Deutschlands im Sportleistungszentrumvon Bad Blankenburg treffen, geht es nicht nur um Siege und Platzierungen. Es gehtum Zukunft. Um Leidenschaft. Und um die ersten großen Momente auf nationalerBühne. Genau einen solchen erlebte am Wochenende Emmy Gluza aus dem KreisVerden beim Talent Cup des Deutschen Tischtennis-Bundes.

| Verden

Die neunjährige Nachwuchsspielerin gehörte als einzige Athletin aus dem Kreis
Verden zur Delegation des Niedersächsischen Tischtennis-Verbandes, die bereits am
Freitagmorgen gemeinsam mit zwölf Kindern und sechs Trainern in Richtung
Thüringen aufbrach. Der Talent Cup gilt als wichtigste bundesweite Veranstaltung der
jüngsten Altersklassen – die inoffizielle Bundesrangliste der besten Talente
Deutschlands. Insgesamt nominieren 14 Landesverbände ihre vielversprechendsten
Spielerinnen und Spieler für dieses besondere Turnier.

Emmy trat dabei in der Altersklasse Mädchen 10 an – obwohl sie selbst erst neun
Jahre alt ist und sogar im kommenden Jahr noch einmal in der jüngsten Konkurrenz
starten darf. Schon allein die Nominierung war daher ein Ausrufezeichen. Durch
starke Leistungen der vergangenen Jahre hatte sich Emmy, die erst seit drei Jahren
Tischtennis spielt, bereits einen bemerkenswerten TTR-Wert erspielt und ging an
Position fünf gesetzt ins Turnier.

Am Samstagmorgen begann schließlich ihr großes Abenteuer. Die Nervosität war
Emmy zunächst deutlich anzumerken, doch mit einem Auftaktsieg gegen eine
vermeintlich schwächere Gegnerin fand sie Schritt für Schritt ins Turnier. Von Spiel
zu Spiel wurde die junge Verdenerin mutiger, konzentrierter und spielstärker. Eine
ungewohnte Situation begleitete sie dabei: An der Bande stand nicht wie sonst ihr
Vater, sondern Landestrainer Marian Jobmann. Doch das Duo harmonierte
hervorragend. Gerade in schwierigen Phasen fand der Coach immer wieder die
richtigen Worte – und Emmy dankte es mit beeindruckendem Tischtennis.

Selbst gegen auf dem Papier stärker eingeschätzte Gegnerinnen zeigte die junge
Spielerin großen Kampfgeist, starke Ballwechsel und erstaunliche Nervenstärke. Am
Ende sicherte sie sich sogar den Gruppensieg und zog souverän in die
Zwischenrunde ein. Dort setzte Emmy ihre starke Leistung fort und machte bereits
am Samstag den Einzug ins Halbfinale perfekt – ein riesiger Erfolg bei ihrem ersten
Auftritt auf Bundesebene.

Nach einem gemeinsamen Abend im Sporthotel mit Essen, Lachen und Gesprächen
unter den Mädchen wartete am Sonntag der Finaltag. Im letzten
Zwischenrundenspiel ging es für Emmy nur noch um die bestmögliche
Ausgangsposition fürs Halbfinale – und sie löste die Aufgabe mit einem
selbstbewussten 3:0-Erfolg eindrucksvoll.

Erst im Halbfinale wurde Emmy gestoppt. Gegen Frieda Müller aus Baden-
Württemberg spielte sie zunächst auf Augenhöhe und führte im ersten Satz bereits
mit 10:8. Doch der Satz glitt ihr noch aus den Händen. Danach fehlte bei einigen
Netz- und Kantenbällen der Gegnerin auch das nötige Glück. Emmy verlor etwas den
Mut und musste sich schließlich mit 0:3 geschlagen geben.

Im Spiel um Platz drei wartete anschließend Lena Matthes aus Hessen, die Emmy
tags zuvor noch in einem packenden Fünf-Satz-Krimi bezwungen hatte. Diesmal lief
das Match jedoch anders. Nach der bitteren Halbfinal-Niederlage fehlte vielleicht das
letzte Quäntchen Selbstvertrauen. Trotz einer erneut starken Leistung unterlag
Emmy mit 1:3.

Die Enttäuschung über die knapp verpasste Medaille war der jungen Oytenerin
durchaus anzumerken – schließlich war das Podium zum Greifen nah. Doch der
Stolz überwog schnell. Platz vier bei einem bundesweiten Talent Cup, und das als
eine der jüngsten Teilnehmerinnen des gesamten Feldes, ist ein außergewöhnliches
Ergebnis.

Auch Landestrainer und Vater zeigten sich nach dem Wochenende mehr als
zufrieden. Denn trotz der starken Leistungen waren sich beide einig: Emmy hat noch
längst nicht alles gezeigt, was sie im Training bereits regelmäßig auf den Tisch
bringt.

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