Zum Hauptinhalt springen

Frank Sternal: Edelmetall in Serie
Tischtennis-Ass trumpft bei Deutscher Meisterschaft auf und steht dreimal auf dem Podest
Erfurt

| TTVN

„65 Starter der Damen und Herren, 96 Nachwuchs-Asse der Jugend 15 und 19, 192 Teilnehmer bei den Leistungsklassen und rund 500 Senioren…“ Dennis Heinemann, einst als Spieler des TSV Hittfeld im Einsatz, rückte als begleitender Kommentator das größte Tischtennis-Spektakel des Jahres 2026 ins Rampenlicht, schon vor dem ersten Aufschlag im thüringischen Erfurt. Die TT-Finals, mit Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet wurden von einem Gesamtleiter, 9 Oberschiedsrichtern, 78 Tischschiedsrichtern und 160 Freiwilligen professionell begleitet.

Bei den fünf Deutschen Meisterschaften (DM) kürzlich alle an einem Wochenende durchgeführt, starteten auch fünf Vertreter aus dem Tischtennis Kreisverband (TTKV) Harburg-Land. Drei von ihnen gingen bei den DM der Senioren an die Tische. Manfred Hardt (TSC Steinbeck-Meilsen) eigentlich nicht qualifiziert, rückte in die Seniorenklasse (SK) 75 nach. Im Einzel blieb es bei Gruppenspielen. Auch im Doppel und Mixed war der Olympische Gedanke im Vordergrund. Vereinskollegin Johanna Niepel, im Seniorenbereich für den VfL Sittensen im Einsatz, startete wieder in der weiblichen SK 70. Mit einer 2:1-Einzelbilanz nach der Vorrunde zog sie in die K.o.-Runde ein. Gegen Almut Pigerl (SV DJK Holzbüttgen) war im Achtelfinale Schluss. Mit Freia Runde vom TSV Lunestedt ging es bis ins Halbfinale. Zusammen mit Michael Itzen (TV Sottrum) aus dem Kreisverband Rotenburg-Wümme erreichte sie das Viertelfinale.

Frank Sternal im Medaillenrausch

Frank Sternal (links im Bild zu sehen) war auch in diesem Jahr erneut der erfolgreichste TTKV-Starter. Der Moisburger ging als Seniorenstarter für TTSC 09 Delmenhorst an den Tisch. Erstmals in der SK 50 dabei holte der inzwischen 49jährige Ausnahmespieler in jeder Konkurrenz Edelmetall: An der Seite von Sandra Opitz (Niendorfer TSV) stürmte das Duo bis ins Finale und unterlag dort Andrea Ott (TSV Ottobrunn) und Stefan Kraus (TSV 1863 Schwabmünchen) nach gewonnenem erstem Durchgang doch noch nach vier Sätzen. Wie schon bei den Landesmeisterschaften hieß Sternals Doppelpartner Josef Rempe (rechts im Bild zu sehen) vom SV Arminia Vechelde. Gemeinsam ging es bis in die Vorschlussrunde. Nur hauchdünn, mit einem 9:11 im Entscheidungssatz unterlag das Niedersachsen-Duo Oliver Bürk und Roman Bleck (TTC Neckar-Zaber). Im Einzel legte der frühere Zweitligaspieler mit seinen 2148 QTTR-Punkten Maßstäbe für die Konkurrenz in seiner Gruppe B: Drei Spiele, drei Siege, 9:0 Sätze… Nach zwei Vier-Satz-Siegen stand Frank Sternal im Halbfinale. Dort wartete mit Andrei Grachev (Mettmann-Sport) ein harter Brocken auf ihn, der nur 13 QTTR-Punkte weniger auf dem Konto hatte, wie der Moisburger.0:2 Sätze und 4:6 im dritten Durchgang – das Endspiel war in diesem Moment ganz weit weg. Andreas Raeder, als Sternal-Coach im Einsatz, zog die Time-Out-Notbremse. Dann begann die Aufholjagd. Nach dem Satzausgleich lag der Moisburg-Fighter im fünften bei Seitenwechsel mit 5:3 vorn und tütete den Sieg mit 11:7 ein. Das Finale gegen Gerd Richter (QTTR-Wert: 2245) vom SC Staig aus Baden-Württemberg war das Duell gegen den klassenstärksten Akteur. Doch es war auch der Vergleich mit einem langjährigen Wegbegleiter. Als die beiden 1991 bei der Bundesrangliste der Jugend aufeinandertrafen ging es erstmals um den Einzelsieg. 2002, bei der Universitäts-WM in Polen zogen sie gemeinsam an einem Strang und schafften mit dem deutschen Team den 3. Platz … Taktische Kabinettstücken des anderen war damit hinlänglich bekannt, so ging es dann mit Vollpower um den Titel. Gerd Richter blieb nach vier Sätzen ein verdienter Sieger, mit dem lächeln zweier Akteure, die genau wissen, wie Tischtennis geht…

Zwei weitere Landkreis-Starter schlugen bei weiteren DM auf. Die Teilnahme bei den DM der Leistungsklassen kam für Przemyslaw Zielinski (Todtglüsinger SV) völlig unerwartet. Im C-Wettbewerb (0 bis 1600 QTTR-Punkte) gewann er diesmal zwar keine Partie, doch zwei Fünf-Satz-Spiele und ein Match, das er in vier Durchgängen abgab, belegten warum er die Quali auf Landeseben schaffte. Mit Ulrike Berg aus Göttingen ging es im Mixed bis ins Achtelfinale. Zusammen mit Christian Schumacher (FC Hambergen) sogar bis in die Vorschlussrunde und damit auf Podestplatz drei.

Lukas Wotka – eine fantastische Geschichte

Mit der Teilnahme an den DM der Jugend 15 betrat Lukas Wotka (MTV Brackel) noch unerforschtes Neuland. Ein Spiel gewann er nicht. Bei einer Fünf-Satz-Niederlage war er aber nah am Sieg. Die Geschichte des derzeit stärksten Nachwuchsspielers im Landkreis ist eine phantastische. Lukas, der kürzlich 13 Jahre alt wurde, schaffte etwas, das vielleicht noch nie einem männlichen Nachwuchsspieler in der 77jährigen Historie des TTKV Harburg-Land vor ihm gelang. Mit der Teilnahme an der Bundesrangliste Jugend 13, im Herbst 2025, dem Start im Team des Tischtennis-Verbandes Niedersachsen bei den Deutschen Pokalmeisterschaften und dieser Teilnahme an den DM der Jugend 15 war es der dritte Bundesentscheid in einer Saison für ihn – eine beeindruckende Bilanz!

-Ralf Koenecke-

Aktuelle Beiträge