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„Danke Dieter“: Der TTVN trauert um seinen Chefredakteur Dieter Gömann

„Dieter Gömann ist tot“, diese Nachricht kam am späten Abend des 13.02.2024 von seinem Freund Hans-Jürgen Kroggel.

| TTVN

Wir trauern um unseren Chefredakteur Dieter Gömann ©TTVN

Völlig unerwartet nahm der Tod Dieter mitten aus seinem Leben, mitten aus der langen Phase seiner Schaffenskraft und unmittelbar vor einer Reise zum Bundesranglistenturnier nach Ettlingen. Dort wurde er schon vermisst, die Reise trat er nicht mehr an. In den letzten knapp 14 Jahren hat Dieter mit dem tischtennis magazin niedersachsen (kurz ttm) seine Lebensabendaufgabe gefunden. Damals noch im Dienst der Neuen Deister Zeitung konnte Dieter am Rande irgendeiner Veranstaltung für das damalige Amt des Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit gewonnen werden. Verbunden war mit diesem Amt auch die Tätigkeit als Chefredakteur des ttms.

Und ohne ihn hätte das „ttm“ auch nicht ein im Tischtennis-Deutschland vielbeachtetes hohes Niveau. In Sachen ttm konnte er unglaublich fordernd sein: „Hau in die Tasten, wir müssen fertig werden“- jeder der für „ihn“, also für das „ttm“ (und die Regionalseiten des DTTB- Magazins „tischtennis“) schreibt kennt das. Bei der Fertigstellung eines Magazins ist nichts so nervig wie die Zulieferung am letzten Tag. Nächtelang saß er Zuhause vor dem Bildschirm und hat die angelieferten und selbstgeschriebenen Texte redigiert. Und das erstaunlich gut, Fehler muss der Leser im Magazin erst einmal finden. Vor zweieinhalb Jahren durfte ich Dieter an dieser Stelle zum 80igsten Geburtstag im Namen der Tischtennisfreunde gratulieren.
Damals schrieb ich: „Jung ist er geblieben. Für 80 erstaunlich fit, immer mit schnellem Schritt und sprudelt vor Ideen. In einer Weise eine stetige Unstetigkeit. Rastlos, so erscheint er oft. Er ist damit das genaue Gegenteil der Masse Mensch, die im Alter eher ruhiger wird“. Das stimmte bis zum Schluss. Es gibt kaum einen Bereich im Tischtennis, den Dieter nicht interessiert hat. Und er hatte ein hervorragendes Gedächtnis, was Namen und Erfolge angeht.

Wer seine mittlerweile zahllosen Berichte im „ttm“ und in anderen Medien liest, weiß, wie sehr er für eine umfangreiche und präzise Berichterstattung brannte. Dieter war ein Glücksfall für den Tischtennis-Verband Niedersachsen (TTVN). So konnte ein mit vielen Ideen und der nötigen „Schreibe“ versehener Sportjournalist für das Magazin ab Mai 2009 in verantwortlicher Position als Chefredakteur gewonnen werden. Bei dem Umfang der Tätigkeit dachten viele, der Dieter macht dieses hauptberuflich. Aber seine Berufung war ehrenamtlich.

Viele kannten Dieter als den Macher des ttms. Aber Dieter hat auch ein bewegtes Leben hinter sich.
So wurde Dieter am 04. September 1941 inmitten des Krieges im katholischen Eichsfeld, genau in Duderstadt geboren und wuchs seit 1945 in Holzminden auf. Nach Erlangung der mittleren Reife und dem Besuch der einjährigen Höheren Handelsschule, erlernte er in Göttingen den Beruf des Getreide-Großhandelskaufmann, um danach nach der Begabtensonderprüfung das Studium zum Grund- und Hauptschullehrer an der Pädagogischen Hochschule aufzunehmen. Nach erfolgtem Abschluss 1968 war Gömann an der Grund- und Hauptschule in Bad Driburg mit den gewählten Wahlfächern Mathematik, Musik und Sport tätig. Und er wurde kein „Achtundsechziger“, sondern Pflichtgefühl und hohe moralische Werte waren und sind ihm wichtig.

Durch die zwischenzeitlichen "schriftstellerischen Tätigkeiten" für diverse Tageszeitungen kam er schon früh zur Mitarbeit für den Niedersachsenteil im damaligen DTTB- Bundesorgan "Deutscher Tischtennis-Sport" („dts“). Die Verbindung zum damaligen Verleger der "Neuen Deister-Zeitung" Karl Schaper, damals selbst DTTB- und TTVN- Pressechef, hatte den Absprung zum Lokal- und Sportjournalismus und die Aufnahme seiner Tätigkeit für die Neue Deister-Zeitung zur Folge.

Seine ehrenamtliche Tätigkeit, als „einer der gleichzeitig lesen- und schreiben konnte“, begann mit der Übernahme des Amts des Schrift- und Pressewartes im Tischtennis-Kreisverband Holzminden unter dem damaligen 1. Vorsitzenden Gerhard Göpel (Eschershausen) im Jahre 1957, als „gö“ als Spätstarter 1952 das Tischtennisspiel im GSV Holzminden unter der Leitung des allseits bekannten Abwehrspielers Dieter Lippelt erlernte. Bis zur 2. Verbandsliga hat es „gö“ gebracht. Es kamen auf Kreisebene die Ämter des Sport- und Lehrwartes hinzu. Im damaligen Tischtennis-Bezirk Hildesheim wurde dessen Vorsitzender Wilhelm Klein auf das Multi- Funktionärstalent aufmerksam. Die Folge: Die Ämter als Lehrwart und Schiedsrichter- Obmann. Schließlich als Verbandsdamenwart Hartmut Rose seine Staffelleitungen bei den Damen aufgegeben hatte, leitete Gömann über viele Jahre die 2. Damen-Verbandsliga Süd.

Seine übernommene Übungsleitertätigkeit im GSV Holzminden gipfelte Jahre später 1973 im Erwerb der A-Lizenz des Deutschen Tischtennis-Bundes, zusammen mit Ralf Michaelis (Braunschweig), in Burglengenfeld unter der damaligen Führung von Bundestrainer Christer Johansson und DTTB- Lehrausschussmitglied Prof. Radomir Hudetz (Jugoslawien).

Ebenso in der 70er Jahren gehörte Gömann dem TTVN- Jugendausschuss unter Leitung von Heinz Böhne und dem Ehepaar Ernst und Inge Vollbrecht (Rinteln) an. Er war außerdem Ausschussmitglied im TTVN-Lehrausschuss unter der Führung von Bodo Haake (Springe-Altenhagen) und den Beisitzern Hans-Jörg Wasow (Oker) und Ralf Michaelis (Braunschweig-Schwülper). Den Tischtennisschläger schwang der Springer von 1980 bis 2008 beim TSV 05 Groß Berkel und seitdem bis zuletzt beim VV Concordia Alvesrode, wenn auch nicht mehr ganz so hoch spielend, jetzt auf Kreisebene.

Finnland, das war auch eine ganz große Leidenschaft von Dieter. Seit 1999 fuhr er ununterbrochen zum Wintersport ins finnischen Levi nördlich des Polarkreises und war seit jener Zeit auch Besitzer eines Ferienhauses in Schweden am Asnen-See südlich der Universitätsstadt Växjö. Langlauf und Dieter, das gehörte zusammen. Auch klassische Musik und Opernbesuche- vornehmlich in Berlin- waren Dieters große Begeisterung.
Auch in diesem Jahr stand ein Urlaub in Finnland unmittelbar bevor, im April sollte es nach Berlin zu einem Opernbesuch und zum Heimspiel von Hertha BSC gegen Hannover 96 gehen. Das kam nun nicht mehr zustande.

Wir sind Dieter sehr dankbar für seinen außergewöhnlichen Einsatz!

Ganz einfach „DANKE DIETER“.

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