Erwachsenen A-Finale mit Netz, Kante und hochklassigen Ballwechseln
91 Damen und Erwachsene starteten bei den Landesindividualmeisterschaftender Leistungsklassen in Barendorf – digitales Zählgerät erstmals im Einsatz.
| TTVN | Joel Miethe
Ein Netzroller zur 7:3-Führung, zweimal Netzberührung zum 8:4 und der anschließende Kantenball, der das 9:4 für Peter Frick (TSV Lunestedt) bedeutete, läuteten am Ende des Entscheidungssatzes den Sieg des früheren Akteurs des TuS Wremen ein. Mit diesem Fünf-Satz-Erfolg in der Klasse Erwachsenen A über Jan Fichtner (SV Arminia Vechelde) endeten die Tischtennis-Landesindividualmeisterschaften (LM) der Leistungsklassen der Damen und Erwachsenen, die erneut in Barendorf (Kreisverband Lüneburg) durchgeführt wurden.
Intensive An- und Abmeldevorgänge beschäftigten den federführenden Organisator, Michael Bitschkat, vor dem ersten Ballwechsel. Die insgesamt 125 potenziellen Starter bei Meldeschluss reduzierten sich an den beiden Veranstaltungstagen auf insgesamt 91. Die Damen A Konkurrenz entfiel dabei gänzlich.
Der erste Turniertag
Wie bereits im Vorjahr starteten die LM mit der C-Klasse. Zehn Damen absolvierten in zwei Fünfergruppen die jeweiligen Vorrundenpartien. Offensiv ausgerichtet, holte die junge Lea Eiselt (TV Hude) mit vielen Vorhandschüssen den ersten Satz im Finale gegen Ulrike Berg (ASC Göttingen), die ihre Fehlerquote niedrig hielt. Am Ende holte die 50jährige, die in einem Damenteam in der Kreisliga und in der 2. Kreisklasse bei den Herren auf Punktejagt geht, den Titel. Beim Matchball kam ihr Aufschlag nicht wieder auf ihre Tischhälfte zurück.
Vorhang auf für das digitale Zählgerät
Nach den Gruppenpartien der Erwachsenen-C-Klasse startete eine Premiere an Tisch fünf. Denn bei der Achtelfinal-Begegnung zwischen Thomas Gisbrecht (SV Potshausen) und Erik Stamm (MTV Wasbüttel) kam erstmals das digitale Zählgerät „Scorix“ zum Einsatz. Alles klappte optimal und Ralf Uphoff blieb ein souveräner Leiter des Einzels.
Sportlich ging es an den Tischen zielgerichtet zum Ende des ersten Veranstaltungstages. Im Finale dieses Wettbewerbs stand mit Simon Garbe ein bekanntes Gesicht, als Teilnehmer des TTVN-Race-Finals 2025. Der Akteur vom VfL Emslage fightete drei intensive Sätze gegen Jakob Lienau (TuS Lutten). Doch am Ende des ersten Turniertages hieß es 12:10, 11:7, 11:9 für den 35jährigen Lienau, der den entscheidenden Vorhandtopspin beim dritten Matchball diagonal versenkte.
Der zweite Wettkampftag
Da sich die Damen A-Konkurrenz nach dem Meldewirrwahr auf vier Starterinnen reduzierte und genau diese vier, wie in allen anderen Klassen auch, das DM-Ticket sicherten, ging es nur bei den Damen B an die Tische. Die beiden Gruppensiegerinnen der Vorrunden standen auch im Finale: Mia Wolf vom TuS Eicklingen investierte offensiv viel, doch Uta Bensemann (ESV Lüneburg) blieb drei Sätze lang gute Ballverteilerin. Der vierte Matchball brachte die Entscheidung, als der Wolf-Return über die Grundlinie sauste. Die Erwachsenen B bildeten mit 31 Startern das größte Teilnehmerfeld. Alle Gruppensieger blieben dabei jeweils ungeschlagen. Finalist Dominik Hamm (TuS Wremen) verlor bis zum Halbfinale sogar keinen Satz. Im Endspiel gegen Florian Wegner (SV Union Salzgitter) blieb das Spielniveau fünf Sätze lang hoch. Bei 1:4-Rückstand im Entscheidungssatz zog er das Time Out, während am digitalen Zählgerät die 60 Sekunden-Pause runterratterte. Als Hamm auf 6:9 aus seiner Sicht verkürzte zog Wegner die Auszeitoption und siegte mit 11:6, als der entscheidende Return des Wremers über die Grundlinie rauschte.
Erwachsenen-A-Finale zum Turnierabschluss
Nicht nur die Halbfinals der Erwachsenen A boten spektakuläre Ballwechsel: Im Vorschlussrundenduell angekommen, traf Vorjahressieger Bastian Neubert (Badenstedter SC) auf den Verbandsligaspieler Jan Fichtner (SV Arminia Vechelde) und zog diesmal den Kürzeren. Peter Frick arbeitete fünf Sätze den Markloher Dennis Lau erfolgreich ab, der fast immer dicht am Tisch blieb und mit offensiven Rückhandbällen oft punktete.
Das Endspiel war bis zum letzten Ballwechsel ein Hingucker, der fünf Sätze lang auf Top-Niveau blieb. Offensive Vorhandbälle von Jan Fichtner sausten mit extremer Geschwindigkeit über den Tisch. Manchen Flugkurven blieben dabei dem Auge verborgen. Den 0:6-Rückstand und das 5:10 im dritten Durchgang holte er fast noch auf. Doch Peter Frick blieb unbeirrt, siegte doch mit 11:9. Im Entscheidungssatz führte der Lunestedter bei Seitenwechsel mit 5:1, ehe Netz- und Kantenbälle das Ende des Spiels überzogen. Sein Time Out bei 10:4 war richtig gewählt. Die Partie endete, wie sie begann, mit Ballgewinn Peter Frick, der auch vor zwei Jahren die A-Klasse gewann.
Die jeweiligen Finalisten sowie alle Dritt- und Viertplatzierten in allen anderen Turnierklassen lösten das Ticket zu den Deutschen Meisterschaften der Leistungsklassen (4. bis 7. Juni 2026 in Erfurt).
Alle Ergebnisse finden sich hier.
Text: Ralf Koenecke


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