Leistungssport
Landesranglistenturnier Jugend 13 und 19: Von Premieren, Favoritensiegen, einem Turnier-Schreck und Ausfällen
Lisanne Tschimpke, Maris Miethe, Natalie Schwab und Constantin Däsler sichern sich die ersten Plätze.
| TTVN | Andreas Lehmkuhl
Erstmals richtete die TSG Hatten-Sandkrug vor den Toren Oldenburgs ein Landesranglistenturnier aus - und wusste als Gastgeber zu überzeugen. „Eine tolle Sportanlage habt Ihr, wir würden uns hier gerne irgendwann wieder sehen lassen“, meinte TTVN-Ressortleiter Jugend Holger Ludwig bei der Siegerehrung.
Das erscheint nicht unwahrscheinlich nach dem Statement von TSG-Abteilungsleiter Ludger Richter: „Klar, das ist einige Arbeit, aber es lohnt sich. Die Stimmung ist prima, und es ist toll, hier mal Spiele auf solchem Niveau sehen zu können“.
Und das Level war hoch, das fand auch Landestrainer Felix Malich. „Wir sind gut aufgestellt, da kommt was nach. Das zeigt sich auch daran, dass auch die jüngeren Jahrgänge jeweils gut dabei sind“.
Die ersten Plätze machten dann aber doch die Arrivierten unter sich aus.
Bei den Mädchen 19 blieb Lisanne Tschimpke (TTK Großburgwedel) ohne Niederlage und qualifizierte sich somit auch für das DTTB-Top48-Turnier. Mitfavoritin Laura Milos (MTV Engelbostel-Schulenburg) verlor zwar überraschend gegen Malea Krüger (Hundsmühler TV), blieb aber trotzdem vor Elisa Meyer (MTV Tostedt), die ebenfalls auf 5:2 Siege kam.
Auch bei der Jugend 19 landeten am Ende die beiden Top-Favoriten auf den ersten Plätzen. Maris Miethe (TSV Heisede) blieb ohne Niederlage und setzte sich dabei auch deutlich gegen Mathis Kassens (TuS Celle) durch. Der Abwehrspieler verteidigte Platz zwei, obwohl er in einem mitreißendem Fünfsatz-Spiel überraschend gegen den Jugend 15-Sieger vom vorletzten Wochenende, Moritz Jordan (MTV Jever), unterlag. Gerade Kassens und der Hundsmühler Lars Hoffschröer sorgten mit ihrem attraktiven Abwehr-Spiel immer wieder für Begeisterung auf der Tribüne.
Bei den Mädchen 13 war Natalie Schwab (Bippener SC) an Position zwei gesetzt. Dass sie so souverän durchs Turnier marschieren und sich mit nur zwei Satzverlusten Platz eins und damit die Qualifikation für das Top 32 sichern würde, kam dann doch etwas überraschend. Favoritin Amelie Telgheder (SV 28 Wissingen) und die Mädchen 11-Gewinnerin Emmy Gluza (TV Oyten) wurden Zweite und Dritte.
Bei der Jugend 13 fieberten die Helfer vom Ausrichter TSG Hatten-Sandkrug besonders mit, war doch mit Jamie Jay Stang ein Eigengewächs an Position zwei gesetzt. „Dass Jamie dabei ist, ist für uns natürlich das I-Tüpfelchen“, freute sich Ludger Richter. Wie schon im vergangenen Jahr bei der Jugend 11 hatte aber im direkten Duell Constantin Däsler (TuS Sulingen) die Nase vorn und sicherte sich den Sieg, obwohl er zuvor gegen seinen Vereinskollegen Lukas Jürgens verloren hatte. Stang blieb am Ende wegen des besseren Satzverhältnisses vor Jürgens.
Als „Turnier-Schreck“ (Zitat Trainerin Annette Blazek) und Senkrechtstarter entpuppte sich in dieser Altersklasse ein absoluter Underdog: Bennet Schlotmann vom TuS Fleestedt, der den niedrigsten QTTR-Wert aller Starter aufwies, und den selbst die Trainer aus seinem Bezirk bisher kaum kannten. Erst nach einem Umstieg auf eine lange Noppe vor wenigen Monaten war Schlotfeld im Bezirk Lüneburg mehr in den Fokus gerückt und nun erstmals auf Landesebene dabei. „Ziel war eigentlich nur, die anderen etwas zu ärgern“, meinte Anette Blazek. Und das gelang ihm mit kontrolliertem Störspiel am Tisch sehr gut: Durch drei überraschende Siege (ein vierter wurde wegen eines Rückzugs noch aus der Wertung genommen) zog Schlotfeld in die Endrunde um die ersten Plätze ein. 76 TTR-Punkte – nachdem er beim Bezirskendranglistenturnier schon 121 gesammelt hatte – und Rang sieben waren der Lohn.
Einziger Wermutstropfen eines ansonsten rundum gelungenen Landesranglistenturniers waren vier Ausfälle, die alle den Bezirksverband Braunschweig trafen. Die Zimmer-Genossinnen Anna Radenbach und Pia Rempe mussten bei den Mädchen 19 wegen eines Infekts aufgeben, bei der Jugend 13 stieg Matteo Lüken und bei der Jugend 19 Aaron Lemke vorzeitig aus. „Sehr ärgerlich, sowohl für uns als auch natürlich für die Gegner, die am Sonntag jetzt teilweise nur zwei Spiele haben“, bedauerte Pias Vater Josef. „Aber die Verantwortung für die Gesundheit geht vor, da ist falscher Ehrgeiz fehl am Platz“.
Auch bei den Schiedsrichtern gab es den einen oder anderen Ausfall. „Und so sind wir dann plötzlich statt 19 nur noch 16. Dadurch gibt es dann weniger Pausen für die Schiedsrichter am Tisch, das ist schon ziemlich fordernd“, bedauerte Oberschiedsrichter Kai Rennen. „Es wäre für uns natürlich schön, wenn es noch mehr engagierte Schiedsrichter gäbe, die dann vielleicht auch mal einspringen könnten.“
Aber immerhin: Sowohl eine Betreuerin als auch ein Mitglied des hatten-sandkruger Orga-Teams mit Schiedsrichter-Schein zeigten sich solidarisch und übernahmen auch mal einen Einsatz am Tisch.
Und so konnte am Sonntag dann erfreulich pünktlich Schluss gemacht werden. Erfreulich für alle Spieler und Betreuer nach einem kräftezehrenden Wochenende, besonders aber für einige, die nach Turnier-Ende sogar noch Punktspiel-Einsätze hatten. Wie zum Beispiel den Elften der Jugend 13, Leo Wander, der für den Delmenhorster TB noch in der Bezirksliga Jugend 15 erfolgreich war, oder die jeveraner Coaches Janek Hinrichs und Hendrik Hicken, die gleich weiter zu ihrem Landesligaspiel nach Dinklage mussten.
Hier geht es zu allen Ergebnissen auf der MKTT-Turnierseite.


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