Verbandsinfos
Der Outdoor-Flüsterer, der Ahnungslose in Physik und lieber Hannover als Duisburg - so verlief der 44. Ordentliche Landesverbandstag
Nach erfolgreicher Abstimmung zur Beitragsgestaltung hat der TTVN nun mehr Planungssicherheit.
| TTVN | Stephan Hartung
Die Beitragsgestaltung: Als vorletzter Tagesordnung stand eine lange vorbereitete Abstimmung des Gremiums auf dem Programm. Dabei ging es um eine neue Form der Beitragsgestaltung, die zuvor von der Arbeitsgruppe Beitragsgestaltung vorbereitet und über den Hauptausschuss auf den Weg gebracht worden war. Inhaltlich geht es darum, dass der TTVN zukünftig einen nach Vereinsgröße gestaffelten Vereinsbeitrag erhebt sowie ein festgeschriebenes Gesamtbeitragsaufkommen auf die Anzahl der Spielberechtigungen umgelegt. Die Spielberechtigungen für Jugendliche werden dabei nicht berücksichtigt. So werden ab nächstem Jahr nur noch Erwachsene für die entsprechende Berechnung herangezogen. Damit werden Vereine mit Nachwuchs entlastet. Wichtig zu wissen: Es handelt sich nicht um eine Beitragserhöhung, sondern lediglich um eine Umverteilung. Der TTVN hat dadurch eine bessere Planungssicherheit bei seinen Einnahmen. Unterm Strich wird die Beitragsverteilung solidarischer. Vereine mit aktiver Nachwuchsarbeit profitieren, Vereine ohne eigenes Engagement in diesem Bereich tragen solidarisch dazu bei. Mit vier Gegenstimmen wurde der Antrag angenommen.
Das Grußwort: Mit André Kwiatkowski war der Präsident des Landessportbunds Niedersachsen beim Landesverbandstag in der Akademie des Sports zu Gast. Kwiatkowski dankte dem TTVN für dessen tägliche Arbeit - und nannte auch ein paar spannende Zahlen. „74.000 Menschen spielen organisiert in Niedersachen Tischtennis. Das sind 4000 mehr als im Vorjahr“, sagte der Präsident, dessen Tochter Lene ebenfalls dazu gehört. „Ich bekomme also täglich mit, was Tischtennis bedeutet“, sagt Kwiatkowski und versprach dem TTVN: „Der LSB steht fest und partnerschaftlich an Ihrer Seite.“ TTVN-Präsident Heinz Böhne freute sich über diese Worte - und erwiderte: „Einen besseren Partner als den LSB könnten wir nicht haben.“
Der Vortrag: Mit Dr. Wolfgang Dörner war der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Tischtennis-Bunds (DTTB) zu Gast. Bevor er über Entwicklungen, Herausforderungen und Strukturen im Tischtennis berichtete, startete er mit einer netten Anekdote. „Auch der WTTV hatte mich heute eingeladen - zur gleichen Zeit zum Verbandstag. Aber selbst eine gute Beinarbeit hätte mich nicht zwischen Duisburg und Hannover pendeln lassen - und ohnehin hatte ich dem TTVN zuerst zugesagt.“ Ein großes Wachstumspotential für Tischtennis sieht er im Bereich Outdoor und Gesundheitssport. „Hier tut sich sehr viel. Was ich bei den TT-Finals in Erfurt erlebt habe, hat mich fasziniert. Bis 2028 sollen 50.000 Mitglieder im Outdoor-Bereich gewonnen werden. Dazu müssen wir Angebote prüfen, der TTVN gehört dabei zu den wichtigsten Landesverbänden überhaupt.“ Dabei schickte er ein Lob in Richtung TTVN-Geschäftsführer Markus Söhngen. „Er ist der Outdoor-Flüsterer. Durch seine Netzwerke hat er die Einbindung von Outdoor-Tischtennis in unsere Strukturen geschafft“, sagte Dörner, der 2025 in Erfurt selbst erfolgreich war und an der Seite des Niedersachsen Holger Pfeiffer die deutsche Meisterschaft im Doppel in der Senioren-Klasse gewann. „Und im Gesundheitssport ist der TTVN sowieso führend.“
Die Ehrung: Die Ehrennadeln in Silber und Gold hat er schon - daher wurde es nun Zeit für die Ehrenplakette des TTVN. Empfänger war Eckart Kornhuber. Er trat 1984 in den Kreisverband Goslar ein. Dort übernahm er 1994 den stellvertretenden Vorsitz, seit 2002 ist er Vorsitzender. Zudem ist er beim SV Braunlage der Abteilungsleiter. Der Einstieg in den Sport gelang ihm 1982, damals noch als Spielleiter auf Kreis- und später auf Bezirksebene.
Der Kassensturz: Andreas Schmalz, Vizepräsident Finanzen, berichtete über den Haushalt. Demnach wirkt sich die Erhöhung der Spielerbeiträge, die 2024 beschlossen wurde, bereits aus. Ende 2025 betrug das Vermögen des TTVN 840.0000 Euro. „Wir werden auch 2028 nicht über Beitragserhöhungen reden müssen.“
Die Wahlen: Das gesamte Präsidium wurde wiedergewählt. Es besteht damit weiterhin aus Heinz Böhne (Präsident) sowie aus den Vizepräsidenten Andreas Schmalz (Finanzen), Dr. Dieter Benen (Wettkampfsport), Michael Bannehr (Leistungssport), Joachim Pförtner (Bildung) und Sigrun Klimach (Sportentwicklung). Auch die Ressortleiter standen zur Wahl. Hier wurden Dr. Dieter Benen (Erwachsenensport), Holger Ludwig (Jugendsport), Hilmar Heinrichmeyer (Seniorensport), Bastian Heyduck (Schiedsrichter), Hans-Malte Hanne (Wettspielordnung und Ausführungsbestimmungen), Martin Bögel (Jugendarbeit), Bernd Lüssing (Schulsport), Ralf Michaelis (Lehre) und Ralf Kellner (Sportrecht) in ihren Ämtern bestätigt. Die Ressorts Breitensport und Öffentlichkeitsarbeit blieben unbesetzt. Auch die Revisoren mussten gewählt werden. Auch hier gab es die Bestätigung für eine weitere Amtszeit – und zwar für: Stephan Tröh, Matthias Schlange, Marc Dunker und Ralf Uphoff.
Das Gericht: Bislang war Hartwig Lange der stellvertretende Vorsitzende - und übernahm faktisch den Vorsitz, weil dieser Posten bislang vakant war. Nun ist Walter Gründahl neuer Vorsitzender des Verbandsgerichts. Lange bleibt der Stellvertreter. Mit Thomas Vollbrecht schied ein zweiter Stellvertreter aus - daher war plötzlich doch wieder ein Amt unbesetzt. Aus der Versammlung heraus erklärte sich Günther Schäfer dazu bereit. „Auch wenn ich davon keine Ahnung habe.“ Dass es trotzdem funktionieren wird, daran hat Schäfer keinen Zweifel - und brachte in einem humorvollen Nachsatz die Versammlung zum Lachen. „Ich habe mal einem Jungen Nachhilfe gegeben in Physik - davon hatte ich ebenfalls keine Ahnung. Und der Junge hat im Test eine 1 geschrieben.“ Herbert Pleus, Hans-Joachim Schmidt, Matthias Meyer und Tobias Schröder wurden zu Beisitzern im Verbandsgericht gewählt.
Hier findet sich der beschossene Antrag zum neuen Beitragsmodell.





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