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Landesmeisterschaften der Nachwuchsspielerinnen und -spieler
Göttingen

Mutig, jung und konkurrenzfähig: Verdener Tischtennis-Nachwuchs misst sich mit Niedersachsens Besten

| Verden


Bei den Landesmeisterschaften der Nachwuchsspielerinnen und -spieler im Tischtennis der
Altersklasse unter 13, die am Wochenende in Göttingen ausgetragen wurden, war auch der Kreis
Verden mit zwei vielversprechenden Talenten vertreten. Bennet Schuh (TSV Thedinghausen) bei
den Jungen sowie Emmy Gluza vom TV Oyten bei den Mädchen stellten sich der landesweiten
Konkurrenz. Allein die Teilnahme am 24er-Feld der besten Spielerinnen und Spieler
Niedersachsens ist bereits ein beachtlicher Erfolg.
 

Bennet Schuh fordert die Favoriten heraus
Bennet Schuh ging ungesetzt in seine Vorrundengruppe und zeigte von Beginn an, dass mit ihm zu
rechnen war. Gleich im ersten Spiel traf er auf den in seiner Gruppe an Position drei gesetzten
Joshua Müller. Mit einem überzeugenden 3:1-Erfolg setzte Schuh ein starkes Ausrufezeichen. Er
agierte variabel im Angriff, bewegte sich sehr gut am Tisch und strahlte große Präsenz sowie hohe
Motivation aus – sein Gegner fand kaum Zugriff auf das Spiel.
Das zweite Gruppenspiel bestritt Bennet gegen Elias Fehn. Auch hier zeigte er eine starke
Leistung, gewann den ersten Satz und verlor die folgenden drei Durchgänge jeweils nur denkbar
knapp. Trotz der 1:3-Niederlage war es ein sehr hochwertiges und umkämpftes Spiel, in dem
Bennet erneut unter Beweis stellte, dass er auf diesem Niveau absolut konkurrenzfähig ist.
Im dritten Gruppenspiel wartete mit Constantin Däsler einer der Turnierfavoriten. Bennet hielt von
Beginn an mutig dagegen und hatte in Satz eins und drei jeweils gute Chancen, diese für sich zu
entscheiden. In den entscheidenden Momenten setzte sich jedoch die größere Abgeklärtheit seines
Gegners durch. Dass Däsler später bis ins Halbfinale einzog, unterstreicht die starke Leistung von
Schuh, der über weite Strecken auf Augenhöhe agierte.
Nach diesen intensiven und kräfteraubenden Begegnungen lief es in den letzten beiden
Gruppenspielen nicht mehr optimal. Bennet fand nicht mehr konstant zu seinem zuvor so sicheren
Spiel und konnte sein Potenzial nicht mehr vollständig abrufen. Trotz großen Einsatzes reichte es
in diesen Partien nicht mehr zu weiteren Satzgewinnen. Am Ende belegte er Rang fünf in seiner
Sechsergruppe – die ersten drei Plätze hätten zum Einzug ins Hauptfeld gereicht.
Die Enttäuschung nach dem starken Turnierstart war spürbar, denn das Potenzial für mehr war klar
erkennbar. Dennoch überwiegt das Positive: Bennet hat gezeigt, dass er mit den Besten des
Landes mithalten kann – und darf auch im kommenden Jahr noch einmal in der Altersklasse U13
antreten.
 

Neunjährige Emmy Gluza begeistert gegen ältere Konkurrenz
Für besonders emotionale Momente aus Verdener Sicht sorgte Emmy Gluza vom TV Oyten. Die
erst neun Jahre alte Spielerin war mit Abstand die jüngste Teilnehmerin des Turniers und trat
ausschließlich gegen Gegnerinnen an, die im Schnitt drei bis vier Jahre älter waren. Davon ließ sie
sich in keiner Phase beeindrucken. Im Gegenteil: Emmy spielte mutig, offensiv und mit sichtbarer
Freude am Wettkampf.
Zum Auftakt traf sie auf Lene Kwiatkowski, eine bekannte Trainingspartnerin aus dem Stützpunkt.
Emmy erwischte einen starken Start und gewann den ersten Satz. Auch in den folgenden
Durchgängen bewegte sie sich auf Augenhöhe, musste sich am Ende jedoch knapp geschlagen
geben. Besonders die beiden letzten Sätze waren beim 8:11 und 9:11 denkbar eng.
Im zweiten Gruppenspiel zeigte Emmy ihre ganze Klasse und ließ ihrer Gegnerin beim klaren
3:0-Erfolg kaum eine Chance. Spätestens im dritten Spiel gegen Nathalie Schwab wurde deutlich,
welches Potenzial in der Neunjährigen steckt. Gegen die deutlich höher eingeschätzte Gegnerin
führte Emmy überraschend mit 2:0-Sätzen und spielte mutig nach vorne. Erst nach fünf
umkämpften Sätzen musste sie sich geschlagen geben. Dass Schwab später bis ins Halbfinale
einzog, verleiht dieser Leistung zusätzliches Gewicht.
Auch gegen die favorisierte Hanna Reineke blieb Emmy ihrer Linie treu. Sie sicherte sich einen
Satzgewinn und hatte in weiteren Durchgängen mehrfach die Chance, die Partie noch offener zu
gestalten. Am Ende setzte sich jedoch die größere Erfahrung der Gegnerin durch.
Im letzten Gruppenspiel war der Einzug ins Hauptfeld nicht mehr möglich. Dennoch zeigte Emmy
noch einmal eindrucksvoll ihren Charakter. Nach zwei knapp verlorenen Sätzen kämpfte sie sich
zurück ins Spiel und dominierte den entscheidenden fünften Satz klar, in dem sie ihrer Gegnerin
lediglich vier Punkte überließ.
Mit Platz vier in der Gruppe verpasste Emmy den Einzug ins Hauptfeld nur hauchdünn. Ihr Ziel, „die
Großen zu ärgern und ein Ausrufezeichen zu setzen“, hat sie dabei mehr als erreicht.
Entsprechend zufrieden fiel auch ihr Fazit aus – zumal sie noch vier weitere Jahre in dieser
Altersklasse antreten darf.

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