Wettkampfsport
TV Friedeburg und VfL Sittensen auf dem Treppchen
Team um Thomas Jäggle schafft bei den Senioren 50 den 3. Platz bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in Sittensen
| TTVN | Ralf Koennecke
Sittensen. „Wie viele Patronen hast Du noch in der Tasche…?“ Torben Wosik (SC Staig) schmunzelte nach einem atemberaubenden Ballwechsel mit seinem Gegenüber Kai Enno Kleffel (Oberalster VfW). Flugkurven, die dem Auge fernblieben und erst bei der Ankunft auf der anderen Tischhälfte unüberhörbar einschlugen, prägten das Einzel gegen den Hamburger, das Wosik knapp gewann. Den euphorischen Blicken jenseits der Bande und auf der Tribüne folgte der entsprechende Applaus. Der Spielausgang dieses Finals der Senioren 40 blieb sicher noch mehr im Hinterkopf. Denn die Hamburger gewannen gegen den Favoriten mit 4:2.
Nicht nur bei diesem Endspiel und bei diesem Einzel spiegelten sich hochkarätiges Können der jeweiligen Protagonisten der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Senioren wieder, die auch nach dem Ende der Wettkämpfe in Sittensen (Kreisverband Rotenburg-Wümme) Spuren hinterließen.
Die DMM begannen, unter der Gesamtleitung von Michael Hellwig vom Deutschen Tischtennis-Bund, am Sonnabend, den 2. Mai 2026 mit den Vorrundenpartien in den Seniorenklassen (SK) 40, 50, 60 und 70. Während die Seniorinnen ihre Wettkämpfe nach dem Corbillon-Cup-System (zwei Einzel, ein Doppel, zwei Einzel)) austrugen, die beim dritten Gewinnpunkt endeten, regelte das modifizierte Swaythling-Cup-System (drei Einzel, ein Doppel, drei Einzel) den sportlichen Ablauf bei den Senioren. Die männlichen Vertreter Niedersachsens blieben bei diesem Turnier sportlich etwas erfolgreicher. Während bei den Seniorinnen drei der vier Teams die Finalrunde nicht erreichten, schafften dies zwei bei den Senioren: Mit dem Ziel „nicht Letzter werden“ verriet Ralf Schweneker das gesteckte Ziel von TTSC 09 Delmenhorst. Das Team, das schon einige Jahre im Seniorenspielbetrieb dabei ist, ging bei diesem DM erstmals mit einer neuen Nummer Eins an den Start – Frank Sternal. Der TTSC erwischte den optimalen Auftakt. Beim 4:1-Sieg gegen TSV 1863 Schwabmünchen ging nur das Doppel im Entscheidungssatz mit 9:11 weg. Ausgeglichener Spielverlauf im zweiten Match gegen TSG 1888 Eddersheim: Den 1:2-Rückstand glich das Duo Sternal/Schweneker aus. Frank Sternal brachte Delmenhorst erstmals in Führung und das Halbfinale lag in Reichweite. Klaus Igels Power-Tischtennis stoppte Teamkollege Sebastian Heimbrock im dritten Satz mit Time Out, als die Igel-Führung gegen Matthias Heßel auf 8:6 schmolz. Im Entscheidungssatz hieß es 0:5 und 7:10 gegen Igel, während das rhythmische Klatschen der Teamkollegen Kräfte bei dem 56jährigen freisetzte. Sein langer Jubelschrei beim 12:10 für ihn bedeutet den Halbfinaleinzug für sein Team. Auch beim letzten Gruppenmatch gegen das Top-Team vom SC Staig lag was drin. Frank Sternal glich das 0:1 aus Delmenhorst-Sicht gegen Marcel Harler aus, Klaus Igel verlor keinen Satz gegen George Tunde Shoneye. Das Duo Sternal/Schweneker zog fast zur 3:1-Gesamtführung nach, die ausblieb. Denn der Matchball bei 10:9-Führung im vierten Satz gegen Harler/Wosik verstrich ungenutzt… Torben Wosik zeigte in den ersten beiden Sätzen im anschließenden Einzel gegen Frank Sternal seine individuelle Stärke. Der dritte Durchgang blieb bei 12:10 für Wosik eng, die Ballwechsel lang und in der Halle kam der Spielbetrieb zum Erliegen. Während die Aktiven sich kurzzeitig zu begeisterten Zuschauern umfunktionierten, entschied der SC Staig das Match zum 4:2-Endstand für sich. Auch die Senioren des TV Friedeburg (Landkreis Wittmund) erreichten in der 50er Klasse das Halbfinale am Folgetag. Gegen TSV 1863 Schwabmünchen hieß es 4:3. Ein 4:1 stand gegen TTC Börde Magdeburg zu Buche.
Der zweite Turniertag begann für die Teams der Ränge eins und zwei aller Gruppen mit den jeweiligen Halbfinalpartien. Alle weiteren Mannschaften führten noch Platzierungsspiele durch. Bei den weiblichen Wettbewerben erreichte TSV Watenbüttel (SK 40) den 6. Platz. RSV Braunschweig, der am Sonntag auf die verletzte Simone Hohls verzichten musste schaffte sogar Rang 5 nach dem gewonnenen Platzierungsmatch gegen TTC G.-W- Staffel 1953 aus Limburg. Bei den 60er Seniorinnen wurde SV Broitzem Achter und die erstmals gestarteten Seniorinnen 70 des VfL Sittensen Dritte und damit beste weibliche Mannschaft des TTVN.
Der TV Friedeburg jubelte am Finaltag nach dem mit dem 3. Platz bestem Ergebnis aller Niedersachsenstarter. Pech dennoch im Halbfinale. Bei 2:1-Führung des TV verletzte sich Oliver Alke, konnte nicht weiterspielen und musste sein zweites Einzel kampflos abgeben. So unterlag sein Team dem TTF Besseringen aus dem Saarland mit 2:4. Im Match um Rang 3 gegen TSV 1863 Schwabmünchen spielten Thomas Jäggle, Jochen Lang und Frank Leschowski auch für ihren Teamkollegen, der an der Bande wertvolle Tipps gab. Friedeburg siegte mit 4:1 und sprang so auf Podestplatz drei, den Delmenhorst bei den 40er Senioren verpasste. Nach dem klaren 0:4 gegen Oberalster VfW im Vorschlussrundenduell ging es im Spiel um Platz 3 gegen TTV Rees-Groin aus Nordrhein-Westfalen. Dort lag Delmenhorst zunächst mit 3:2 vorn, unterlag schließlich mit 3:4. Bei den Senioren 60 schaffte im Platzierungsmatch der TK Jahn Sarstedt noch den 7. Platz. Das Rendezvous der Tischtennis-Stars endete mit einem entspannten Schlusswort eines Altmeisters und mit dem gleichen Lächeln, wie die des Torsten Wosik: „Das war meine letzte DM… Als ich vor 27 Jahren mein erstes Turnier auf dieser Ebene spielte, nahm ich die rote Laterne mit nach Hause. Heute habe ich sie wiedergefunden und nehme sie nun wieder mit…“ Der frühere Zweitliga-Spieler Nils Reh belegte mit seinem TuS Harsefeld Platz acht bei den Senioren 70. Einer, der viel erlebt hat und den Spitzensport selbst mitgestaltet hat.





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