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Wettkampfsport  

Von Hannover nach Chile: Gruß in die Heimat zwischen den Matches

Internationale Teilnehmende sorgen für das besondere Flair bei der 7. Auflage der PingPongParkinson Weltmeisterschaft.

| TTVN

In der Swiss Live Hall wird an 40 Tischen gespielt ©Pixel Media

Am Samstag, 26. September, startete die PingPongParkinson Weltmeisterschaft (PPP) in ihren Spielbetrieb - nach der atmosphärisch glanzvollen Eröffnungsfeier am Vorabend in der SwissLife Hall in Hannover. In der Landeshauptstadt von Niedersachsen findet die 7. Auflage der World Championships im PPP statt. Rund 800 Aktive aus 35 Nationen sind im Einsatz. Und auch wenn die deutschen Spielerinnen und Spielerin in der Überzahl sind und rund zwei Drittel des Teilnehmerfelds ausmachen - eine besondere Note erhalten diese internationalen Titelkämpfe natürlich durch ausländische Gäste.

Oscar Alejandro Rodriguez Manriquez hatte die weiteste Anreise aller Aktiven - nur knapp überboten von Robyn Sexton als einzige Teilnehmerin aus Australien. „Ich bin der erste Spieler überhaupt aus Chile, der an solch einem Turnier teilnimmt“, sagt Rodriguez Manriquez stolz. Schon bei den vorherigen Auflagen hatte er mitmachen wollen. „Doch das war zu teuer, ich hätte es nicht bezahlen können“, sagt Rodriguez Manriquez, bei dem 2021 Parkinson diagnostiziert wurde. In seiner Heimat setzte eine große Hilfsbereitschaft inklusive Spenden ein. „Das waren rund 10.000 Euro. Daher war es möglich, nach Hannover zu kommen“, sagt er und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ich bin noch niemals in meinem Leben so weit und so lang gereist.“ Dies tat er übrigens komplett allein auf eigene Faust. „Sonst wäre es noch teurer gewesen.“

Von Santiago de Chile ging es per Flugzeuge nach Paris. Von dort per Bus rund 14 Stunden nach Hannover. „Ich habe es gut verkraftet, konnte mich ausruhen - und dann sogar die ersten zwei Spiele gewinnen“, sagt er. Auffällig: Zwischen seinen Matches beugt er sich vor sein Mobiltelefon, das am Rande der Bande auf einer Halterung montiert ist, und spricht hinein. Grüße in die Heimat? „Ja, ich zeige meine Spiele live. Die Menschen haben mir so geholfen - jetzt wollen sie alle, natürlich auch Familie und Freunde, wissen, wie ich spiele und fiebern mit.“

Ebenfalls eine weite Tour hat Liu Shengping hinter sich. Er ist einer von vier Aktiven aus China. Er gewinnt Matches, er lacht - man merkt, wie gut es ihm geht. „Ich fühle mich sehr wohl und freue mich, hier in Hannover spielen zu können.“ Schon 2023 nahm er erfolgreich an einer PPP-Weltmeisterschaft teil und gewann einen Titel. „Danach hat sich bei uns in der Heimat etwas entwickelt. Tischtennis in Verbindung mit Parkinson wird seitdem mehr wahrgenommen“, sagt Shengping und betont die hohe Anzahl der Teilnehmenden. „Das zeigt, dass es international immer mehr und bekannter wird.“ Vor rund zehn Jahren sei bei ihm Parkinson festgestellt worden - hart für ihn und für seine Familie. „Aber durch Tischtennis ist es besser geworden. Das entlastet auch meine Familie. Der Sport inspiriert mich, er ist eine wichtige Botschaft für die Gesellschaft und den Umgang mit Parkinson“, sagt der 65-Jährige.

Weitere Info:

Über sein Telefon kommuniziert Oscar Alejandro Rodriguez Manriquez mit der Heimat. ©Stephan Hartung | Stephan Hartung
Oscar Alejandro Rodriguez Manriquez ist dank Spenden aus Chile in Hannover am Start. ©Stephan Hartung | Stephan Hartung
Liu Shengping ist einer von vier Teilnehmenden aus China. ©Stephan Hartung | Stephan Hartung
Liu Shengping ist einer von vier Teilnehmenden aus China. ©Stephan Hartung | Stephan Hartung

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