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Deutsche Pokalmeisterschaften für Verbandsklassen: Drei Medaillen für niedersächsische Teams, Watenbüttel holt Gold

Den kompletten Medaillen-Satz gab es für Mannschaften aus dem TTVN bei den Deutschen Pokalmeisterschaften für Verbandsklassen: Der TSV Watenbüttel holte in Hamm Gold bei den Damen A, der Oldenburger TB Silber bei den Erwachsenen B und der MTV Jever Bronze bei den Erwachsenen C.

| TTVN

Die strahlenden Siegerinnen mit ihrem Unterstützerteam: TSV Watenbüttel holt Gold bei den Damen A! ©Privat

Außerdem kam die SG Westerstede/Ekern auf Platz fünf bei den Damen B. Hier schied der TV Dinklage in der Gruppe aus, genau wie der TTC Schwarz-Rot-Gifhorn bei den Damen C sowie der SV Sandkamp und der TV Friedeburg bei den Erwachsenen B.

"Einfach eine tolle Veranstaltung, ein Highlight zum Saisonabschluss", schwärmte Watenbüttels Trainer Oliver Mehler über die Meisterschaften mit mehr als 500 Teilnehmenden - dramatische Spielverläufe, sensationelle Ergebnisse, faire Gesten und hochklassiger Sport inklusive. So standen teilweise Spieler am Tisch, die zu den Besten auch in der Regionalliga gehören, oder aber die aktuelle Deutsche Mixed-Meisterin.

Auf die trafen Elena Uludintceva, Pia Rempe, Alexandra Prietz und Jenny Preuß-Mazier vom TSV Watenbüttel bereits im Viertelfinale. "Da waren wir nach der Auslosung in einem kleinen Tief, das wollten wir eigentlich unbedingt vermeiden", erzählt Coach Mehler. Der TTC Höhfröschen mit Tanja Krämer, der Nummer 27 der deutschen Rangliste, und deren Tochter Trixi war wohl das schwerstmögliche Los, das man als Gruppensieger erwischen konnte. Watenbüttel bot Jenny Preuß-Mazier taktisch an Position eins auf, so dass die eigentliche Nummer zwei, Pia Rempe, an drei rutschte und nicht gegen Tanja Krämer spielen musste. Und der Schachzug ging auf: Zwar holte Krämer die erwarteten drei Zähler, auch Elena Uludintceva hatte keine Chance und kassierte ihre einzige Niederlage des Turniers. Doch die anderen vier Spiele gingen klar an die Niedersächsinnen, die so ins Halbfinale einzogen. Das wurde gegen den DJK BW Annen 4:1 gewonnen, bevor es dann im Finale gegen den TTC Langweid spannend bis zum Schluss wurde. Beim Stand von 3:3 war es ausgerechnet die Jüngste, deren Spiel über Sieg oder Niederlage entscheiden musste. Doch die 15jährige Rempe behielt am Ende die Nerven und sicherte den umjubelten Siegpunkt und damit einen versöhnlichen Saisonabschluss nach der knapp verlorenen Oberliga-Relegation in der Vorwoche. "Unsere siebte Teilnahme, nach zweimal Platz zwei und zweimal Platz drei endlich der Sieg", freute sich Oliver Mehler.

Den Medaillen-Satz komplettierte auch Nico Schulz vom Oldenburger TB bei den Erwachsenen A. Der Oldenburger war schon beim Sieg 2022 und dem dritten Platz 2024 dabei gewesen, nun gab es Silber - auf dramatische Art und Weise mit einer 3:4 Final-Niederlage nach 3:0 Führung. "Da waren wir erstmal am Boden zerstört. Im Nachhinein ist Platz zwei aber ein tolles Ergebnis", findet Daniel Trendelbernd. Davor hatte der OTB schon einige Turbulenzen zu überstehen. Bastian Meyer stieß planmäßig am zweiten Turniertag zum Team, die Spiele am ersten Tag sollten Schulz, Trendelbernd und Justus Lechtenbörger absolvieren. Doch der verletzte sich schon in der ersten Partie am Knie und musste abreisen. Hektisch musste Ersatz organisiert werden, Daniel Nagy wurde spontan von seinem Vater nach Hamm gebracht. Und nach Platz eins in der Gruppe und klar gewonnenem Viertelfinale hatte der Deutsche U15 Vizemeister großen Anteil am sensationellen 4:3 gegen den DJK Franz-Sales-Haus Essen. Beide Teams traten mit Teams an, die im Ligabetrieb auch in der Regionalliga spielen. Essen allerdings kam vor allem durch Lukas Bosbach und Marco Stefanidis auf 252 TTR-Punkte mehr als die Oldenburger. Die holten aber den ein oder anderen überrachenden Einzel-Erfolg, sodass am Ende das gewonnene Doppel - mit 12:10 im fünften Satz - entscheidend wurde. Und hier bewiesen die Gegner Bosbach/Stenanidis bemerkenswertes Fairplay: Nach vermeintlich gewonnenem Punkt zum 12:10 im ersten Satz wiesen sie auf einen Netzaufschlag der Oldenburger hin, den sonst niemand gesehen hatte. Der Punkt wurde wiederholt, am Ende gewann das OTB-Doppel den Durchgang noch 13.11. Den Schwung des überraschenden Sieges nahm der OTB mit ins Endspiel gegen den SV Sillenbruch. Unter anderem mit zwei 12:10 Siegen im fünften Satz ging er 3:0 in Führung. "Da haben wir gedacht, dass wir das ja wohl irgendwie nach Hause bringen", erzählt Daniel Trendelbernd. Doch das gelang nicht, die nächsten vier Spiele gingen allesamt verloren, am Ende blieb für den OTB "nur" Silber.

Ganz so dramatisch wurde es bei den Erwachsenen C nicht, aber etwas überraschend kam die Bronzemedaille für den MTV Jever schon. Immerhin war das friesländer Quintett Oliver Jürgens, Stefan Janßen, Tobias Masemann, Thorsten Hirnichs und Pascal Wurm als Gruppen-Zweiter in die Hauptrunde eingezogen und traf hier mit dem TTV Kötschlitz auf einen Gruppen-Sieger. Doch Jever erwies sich als das ausgeglichenere Team und zog mit einem 4:2 ins Halbfinale ein. Hier allerdings erwiesen sich die Bayern vom TSV Gräfeling, die nur nominell in der Kreisliga aufgestellt sind, ihre Ligaspiele aber zumeist sogar in der Verbandsliga bestreiten, als zu stark. 1:4 unterlag der MTV, konnte sich aber trotzdem über die nicht unbedingt zu erwartende Bronzemedaille freuen.

Die verpasste die SG Westerstede/Ekern bei den Damen B nur knapp. Nach Platz drei im letzten Jahr kam die junge Mannschaft dieses Mal auf Rang fünf. Die Vorrunde gewann die SG noch, im Viertelfinale war aber der ttc berlin eastside zu stark und gewann 4:2. In diesem Jahr hatte die Spielgemeinschaft sich als Landespokal-Siger qualifiziert, im letzten Jahr war sie als Zweiter nachgerückt. Das waren dieses Mal die Damen des TV Dinklage auch noch, als Gruppen-Dritte verpassten sie die Hauptrunde nun nur knapp.

Auch bei den Erwachsenen B stellte der TTVN zwei Mannschaften, der SV Sandkamp hatte sich als Erster des Landespokals qualifiziert, der TV Friedeburg war als Dritter noch nachgerückt. In Hamm war für beide Teams nach der Vorrunde Schluss. In einer sehr ausgeglichenen Gruppe kam Sandkamp zwar mit 2:6 Punkten auf die gleiche Ausbeute wie der Gruppen-Dritte, musste sich am Ende wegen des schlechteren Spielverhältnisses aber mit Platz fünf begnügen. Friedeburg verlor das entscheidende Spiel um den Einzug in die Hauptrunde mit 3:4 und wurde Dritter.

Auch für den TTC Schwarz-Rot-Gifhorn war bei den Damen C in der Vorrunde als Gruppen-Vierter Endstation. Der Auftakt-Sieg blieb der Einzige Erfolg, der zweite wurde direkt im Anschluss nur knapp durch ein 3:4 gegen den TSV Treuenbitzen verpasst. Dennoch sehr erfreulich, dass Niedersachsen nach längerer Abstinenz auch wieder bei den Damen C vertreten war.

Damen A (Verbandsebene)
1. TSV Watenbüttel
2. TTC Langweid
3. DJK Franz-Sales-Haus Essen
3. DJK BW Annen

Erwachsene A (Verbandsebene)
1. SV Sillenbuch
2. Oldenburger TB
3. SV Motor Falkensee
3. DJK Franz-Sales-Haus Essen

Damen B (Bezirksbene)
1. TV Boos 1924
2. TTC indeland Jülich
3. TTF Bönen
3. ttc berlin eastside

Erwachsene B (Bezirksebene)
1. TG Söllingen
2. Tischtennisclub Elz
3. Essener TTV
3. TSV Gräfelfing

Damen C (Kreisebene)
1. TG 1953 Langenselbold
2. SV Kubschütz/MSV Bautzen 04
3. SV Hörstein
3. TV 1891 Stierstadt

Erwachsene C (Kreisbene)
1. DJK 1927 Dossenheim
2. TSV Gräfelfing
3. TTV Offenbach 1961
3. MTV Jever

Hier geht es zu allen Ergebnissen.

Final-Krimi gegen den TTC Langweid: Die Watenbütteler Damen setzten sich schließlich mit 4:3 durch. ©Privat
Der Oldenburger TB erzielt Silber bei den Erwachsenen B ©Privat
Der MTV Jever holt Bronze bei den Erwachsenen C ©Privat

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