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Es begann mit einem geschenkten Tisch und 20 Kindern
Die Tischtennissparte des TuS Fleestedt wird 75 Jahre alt. Es ist eine Geschichte von Engagement und viel Eigeninitiative
Fleestedt

| TTVN

©Ralf Koenecke

Sucht man in der Historie des TuS Fleestedt nach den Anfängen des Tischtennis-Sports stößt man im Damenbereich auf die Namen Lackmann und Cohrs. Dazu gesellten sich die Herren Bartels, Hinz und Riege. Ein erster geschenkter Tisch, den Walter Schade im Klubraum aufstellen ließ, der nicht größer war, als eine Umkleidekabine, erinnert heute an ein kleines Abenteuer, an dem sich 20 Kinder tummelten. Und doch kein Einzelfall im Landkreis. Mit wenig Mitteln und viel eigener Energie etwas bewegen lautete der Startslogan für eine Tischtennisabteilung, die heute mit ihren rund 130 Mitgliedern, ihren vielen Engagierten auf 75 Jahre Sportgeschichte zurückblicken kann.

Der Anfang war getan, doch bis zur offiziellen Gründung der Tischtennissparte dauerte es noch elf Jahre. Von 1962 bis 1973 hieß der erste Abteilungsleiter Walter Schade. Übungseinheiten fanden in der Pausenhalle der Hauptschule statt. Peter Wolter, ein Hamburger Auswahlspieler wurde Trainer. Tischtennis-Pionier Kurt Schmidt unterstützte den TuS als Übungsleiter ab 1967. Als Gründungsmitglied des heutigen Tischtennis Kreisverbandes Harburg-Land, führte er den Verband von 1949 bis 1988. Ab 1966 flogen die Bälle in der neu errichteten Schulsporthalle an sieben Tischen übers Netz. Die erfolgreichste TuS-Akteurin des Jahrzehnts hieß Johanna Bobsin. Die Titelsammlung umfasste acht Trophäen bei Kreis- und Bezirkswettkämpfen. Maßstäbe im Verein setzte ab 1969 der zum Jugendwart gewählte Max Kraski, der auch von 1974 bis 1977 die Abteilung führte. Erstes Systemtraining fand statt, ein Grundstein auf dem vieles aufbaute. Weibliche Jugendspielerinnen setzten auch Anfang der 1970er Jahre sportliche Ausrufezeichen. Dazu gehörten Jutta Dwenger und Christiane Schwaß. Bei den Jungen war Sönke Wülfken erfolgreich.

Organisatorisch übernahm Franz Siepa die Geschicke beim TuS 1978, der 1981 von Peter Acker abgelöst wurde. Die Nachwuchsförderung expandierte und entwickelte sich in geschulter Breite. Uta Lohmann erwarb als erstes Mitglied der Tischtennissparte die Übungsleiterlizenz. In dieser Rubrik folgte Susanne Frobel-Werner, Günter Siol und Matthias Bartsch. Sportliche Zahlen aus den 1980er Jahren beeindrucken bis heute und belegen was beim TuS sich bis dahin entwickelte. Neun Mannschaften waren 1985 im Spielbetrieb gemeldet. Anfang 1986 summierte sich die Zahl der Aktiven auf 80 (24 weibliche und 56 männliche). Und dennoch waren die Damen sportlich erfolgreicher: Drei Aufstiege in Folge katapultierte die erste Frauen-Mannschaft Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre in die Bezirksoberliga. 1990 schlugen drei Damenteams auf Bezirksebene auf, zwei Herrenformationen waren auf Kreisebene aktiv. Große Veranstaltungen mit hochkarätigen Startern prägten die 90er Jahre beim TuS Fleestedt. Unter der federführenden Leitung von Bernd Tietgen fand 1995 bereits zum 5. Mal das Turnier um den Seevetal-Pokal statt. Rund 300 Aktive aus 100 Vereinen sorgten für 500 Meldungen an zwei Turniertagen für mächtig Wirbel. Damals mit dabei Kay-Andrew Greil, (Deutscher Meister mit TTC Zugbrücke Grenzau) Frank Sternal (später Zweitliga-Meister mit Werder Bremen) oder Kenneth Ström, der von 1989 bis 1992 norwegischer Tischtennismeister im Einzel war. Wie dieses Turnier fand auch ein weiters absolutes Highlight der Fleestedter in der Hittfelder Sportarena Pepermölenbek statt: Vom 3. bis 5. Juni 2005 richte der TuS das Bundesfinale der Minimeisterschaften aus. Organisiert wurde dies damals von Sandra Böttcher, die zu diesem Zeitpunkt auch die Abteilung leitete.

Viele Erfolge am blauen oder grünen Tisch wären in den letzten drei Jahrzehnten vielleicht gar erzielt worden, wenn dahinter nicht extrem engagierte Menschen stünden… Susanne Frobel-Werners (im Bild rechts zu sehen) ganze organisatorische Energie reicht lange zurück, fast 30 Jahre. Ohne ihren Mann Jens Werner (im Bild links zu sehen) wäre das heutige Pensum wohl nicht zu bewältigen. Weite Fahrten mit den Kindern und Jugendlichen nicht nur durch Niedersachsen fänden ohne die beiden wohl nicht immer statt. Das die Schüler des Gymnasiums Meckelfeld, die alle in Fleestedt spielen, drei Jahre in Folge das Bundesfinale Jugend trainiert für Olympia & Paralympics in Berlin erreichten, ist ein weiterer Beweis für optimale Jugendförderung, die auch von Susanne Frobel-Werner als Trainerin betreut werden.

Die sportlich höchste Spielklasse, die ein TuS-Team jemals erreichte, schaffte die erste Damen-Mannschaft in jüngerer Vergangenheit mit dem Aufstieg in die Oberliga. Diese Mannschaft, zuletzt in der Verbandsliga Nord im Einsat,z löste sich zum Ende der vergangenen Saison auf.

Bevor die Spielzeit 2026/2027 für insgesamt 16-Fleestedt-Teams beginnt (5 Erwachsenen-, 2 Damen- und 9 Jugendmannschaften) beginnt, bei dem das Top-Nachwuchsteam erneut in der Niedersachsenliga aufschlägt, bieten die Fleestedt-Organisatoren noch einen Leckerbissen an. Bei ihrem Jubiläumsturnier im Sportzentrum Seevetal gehen am Sonnabend, den 29. August 2026 ab 10:00 Uhr die Jugend an die Tische. Um 15:00 Uhr folgen die Erwachsenen. Während der Nachwuchswettbewerb noch freie Plätze zu bieten hat, geht es für Interessierte Damen und Herren zunächst auf eine Warteliste für einen möglichen Start. Anmeldeschluss hierzu war bereits Mittwoch, der 26. August 2026. Nachmeldungen wären aber noch möglich, unter tischtennis@tusfleestedt.de.

Im Anschluss findet eine kleine Feier statt, mit geladenen Gästen und den Aktiven des TuS Fleestedt. Beim Austausch von Erinnerungen aus 75 Jahren könnte Gundolf Erhorn eine breite Bank seines Wissens präsentieren. Mit 14 Jahren griff er 1968 zum Tischtennis-Schläger. Bis heute ist er dabei. Mit satten 58 Jahren Tischtennis-Erfahrung trägt er am längsten das Trikot des TuS Fleestedt.

 

-Ralf Koenecke-

 

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