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Blick über den Tellerrand: Unsere unvergesslichen Eindrücke vom Trainingslehrgang in China

Drei Stunden intensive Trainingseinheiten, faszinierende Einblicke in die chinesische Kultur und atemberaubende Ausflüge nach Shanghai sowie in die "Yellow Mountains" Berge: Eine Delegation niedersächsischer Nachwuchsathletinnen reiste für einen exklusiven Austausch ins Mutterland des Tischtennis. Im folgenden Erfahrungsbericht teilen die Beteiligten ihre persönlichen Highlights zwischen Hotpot-Essen, hochprofessionellen Trainingsstrukturen und gelebter Gastfreundschaft.

| TTVN

Die Trainingsgruppe vor Ort ©TTVN

Unsere Eindrücke aus China: Nach einer langen Anreise wurden wir von unseren chinesischen Gastgebern überaus herzlich empfangen. Der Aufenthalt begann mit einer ausführlichen Tour durch das gesamte Trainingszentrum, bevor wir am Abend eine kurze, lockere Einheit absolvierten, um die Müdigkeit der Reise aus den Knochen zu schütteln. Der nächste Morgen startete mit einem großen gemeinsamen Frühstück, gefolgt von einer traditionellen Teezeremonie, bei der wir verschiedene Sorten chinesischen grünen und schwarzen Tee verkosten durften. Direkt im Anschluss stand ein offizielles politisches Treffen auf dem Programm, an dem unter anderem Diplomaten, Vorsitzende und der Leiter des Trainingszentrums teilnahmen. Während unseres gesamten Aufenthalts war spürbar, wie viel Wert die Gastgeber auf diesen Austausch legten und wie viel Mühe sie sich gaben, um uns eine unvergessliche Zeit zu bereiten. Eine kurze Führung durch ein nahegelegenes Dorf rundete den Vormittag ab, wobei uns besonders die traditionelle Architektur faszinierte.

Nach diesen erlebnisreichen ersten Stunden ging es mit der ersten offiziellen Trainingseinheit richtig los. Uns fiel sofort die hochprofessionelle Struktur auf: Neben den Tischtennistrainern gab es eigene Coaches für das Aufwärmen und die Athletik sowie spezielle Aufschlagtrainer. Zweimal täglich baten die Trainer zu Einheiten von jeweils drei Stunden in die Halle. Das Niveau war enorm hoch und das Training extrem intensiv, da den chinesischen Spielenden kaum Fehler unterliefen. Die ersten zwei bis drei Übungen waren stets regelmäßig und sehr simpel aufgebaut. Nach einer zehnminütigen Pause folgten zwei unregelmäßige Übungsformen. Anders als wir es aus unserem Training kennen, wurde meistens nur der Aufschlag vorgegeben und danach direkt frei weitergespielt. Den Abschluss bildete meist ein sehr tischtennis-spezifisches Konditionstraining, gefolgt von einer gemeinsamen Dehneinheit.

Unsere Trainingspartner waren in unserem Alter oder etwas jünger. Mit jedem Tag tauten wir gegenseitig etwas mehr auf, auch wenn die Sprachbarriere eine Herausforderung darstellte, da nur wenige Einheimische Englisch sprachen. Mit einigen anderen chinesischen Gästen konnten wir uns jedoch hervorragend unterhalten. Auch dabei erlebten wir die sprichwörtliche chinesische Gastfreundschaft, denn uns wurden ständig landestypische Leckereien und Getränke angeboten, sodass wir uns rundum wohlfühlten.

Das Essen in China war für uns eine völlig neue Erfahrung. Der Umgang mit den Stäbchen musste erst gelernt werden, was aber zum Glück schnell klappte. Wir probierten viele unbekannte Gerichte aus. Ein absolutes Highlight war der gemeinsame Hotpot-Besuch. Bei den vielen verschiedenen Fleischsorten, die in den kochenden Brühen zubereitet wurden, war es manchmal allerdings besser, gar nicht so genau zu wissen, was man da eigentlich gerade auf dem Teller hatte.

Nach einer Woche voller intensiver Trainingstage machten wir uns auf den Weg in die "Yellow Mountains". Sieben Stunden lang stiegen wir bei 30 Grad Treppen auf und ab. Am Ende waren wir völlig erschöpft, aber die wunderschönen, atemberaubenden Aussichten haben diesen anstrengenden Fußmarsch mehr als wettgemacht.

Am letzten Tag kehrten wir nach Shanghai zurück, wo noch einmal viele neue Eindrücke auf uns warteten. Besonders beeindruckte uns der Besuch des Shanghai Tower, der zu den höchsten Gebäuden der Welt gehört. Die Metropole wirkte wunderschön, gleichzeitig aber auch unvorstellbar riesig und voller Menschen. Am Abend besuchten wir das German Center, wo uns Christian Sommer, der CIO des Centers, nach unserem Hinflug bereits ein zweites Mal empfing. Es war beeindruckend zu sehen, wie dort gearbeitet wird. In entspannter Atmosphäre teilte er viele interessante Fakten über das Leben und die Kultur in China mit uns, was das gemeinsame, sehr leckere Abendessen perfekt abrundete.

Zusammenfassend war dieser Lehrgang in China für uns eine großartige Erfahrung. Wir haben unglaublich viel Neues gelernt und gesehen. Das Training auf diesem extrem hohen Niveau hat uns sportlich enorm weitergebracht und riesigen Spaß gemacht. Wir freuen uns schon jetzt darauf, wenn bald eine chinesische Delegation zu uns nach Niedersachsen kommt, und hoffen sehr, dass dieser wertvolle Austausch noch lange bestehen bleibt.

Angekommen am Bahnhof in Shanghai. Weiter ging es mit dem Zug zur Stadt Huang Shan in der Provinz Anhui ©TTVN
Gelebte Gastfreundschaft und ein echtes kulinarisches Highlight zum Start: Das traditionelle Hotpot-Essen war für uns eine völlig neue Erfahrung, bei der... ©TTVN
...wir unglaublich viel Auswahl hatten und reichlich neue, landestypische Gerichte direkt gemeinsam ausprobieren durften. ©TTVN
Neben den kullinarischen Eindrücken stand aber natürlich die harte sportliche Arbeit im Mittelpunkt. ©TTVN
Hochintensive Einheiten und präzises Balleimertraining forderten uns jeden Tag aufs Neue heraus. ©TTVN
Als zusätzliche Ausdauereinheit ging es für uns dann mitten hinein in die beeindruckenden „Yellow Mountains“, wo...
...uns die atemberaubende Aussicht nach Tausenden von Treppenstufen für jede Anstrengung entschädigte. ©TTVN
Ein rundum unvergesslicher Lehrgang, der uns die Gelegenheit bot, Land und Leute kennenzulernen. ©TTVN

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